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Kostenübernahme

Pflegestufen und Leistungen der Pflegeversicherung

Kostenträger für unsere Leistungen der Grundpflege, Behandlungspflege und hauswirtschaftlichen Versorgung ist in der Regel die "Pflegeversicherung" oder die „Gesetzliche Krankenversicherung“. 
 
Die Finanzierung der Grundpflege wird über die Pflegeversicherung abgerechnet, wenn eine Pflegestufe besteht. Diese ist bei der Pflegekasse zu beantragen. Die Pflegekasse ist Ihrer Krankenkasse angeschlossen. 
 
Für die Finanzierung der Behandlungspflege muss eine vorliegende ärztliche Verordnung von der Krankenkasse genehmigt sein. Ist dies nicht der Fall, wird die Leistung auf „private Rechnung“ erbracht.
 
Die „Hilfe zur Pflege“ und „Hilfe zur Weiterführung des Haushaltes“ kann auch über die Sozialhilfe (SGB XII) finanziert werden. Voraussetzung dafür ist, dass der sonst gewährte Anspruch für die notwendige häusliche Versorgung nicht ausreicht.
Neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff
Die Bundesregierung wird zum 1. Januar 2017 einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff einführen. Das Gesetz hierzu soll am 1. Januar 2016 in Kraft treten. Mit dem neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff wird das bisherige System der drei Pflegestufen und der Feststellung einer erheblich eingeschränkten Alltagskompetenz durch fünf neue Pflegegrade ersetzt.
In den neuen Pflegegraden werden körperliche, geistige und psychische Einschränkungen gleichermaßen erfasst und in die Einstufung einbezogen. Bei der Begutachtung wird der Grad der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten in sechs verschiedenen Lebensbereichen mit  unterschiedlicher Gewichtung ermittelt und zu einer Gesamtbewertung zusammengeführt. Daraus ergibt sich die Einstufung in einen Pflegegrad.

Pflegestufen
Die Leistungen der Pflegeversicherung werden auf Antrag gewährt - zuständig ist die Pflegekasse. 
 
Als pflegebedürftig gilt wer „wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung  für die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate in erheblichem oder höherem Maße der Hilfe“, bedarf. 

Zu den regelmäßigen Verrichtungen gehören die Hilfe bei der Körperpflege, Mobilität, Ernährung (Grundpflege) und der hauswirtschaftlichen Versorgung. 
Zur Erlangung einer Pflegestufe ist ein zeitlicher Mindestbedarf erforderlich. 
 
Pflegestufe I: erheblich pflegebedürftig
Der Hilfebedarf für die Grundpflege und die hauswirtschaftliche Versorgung muss pro Tag mindestens 1,5 Stunden betragen, wobei auf die Grundpflege mindestens 45 Minuten entfallen müssen. 
 
Pflegestufe II: schwer pflegebedürftig
Der Hilfebedarf für die Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung muss pro Tag bei mindestens 3 Stunden liegen, auf die Grundpflege müssen mindestens 2 Stunden entfallen. 
 
Pflegestufe III: schwerstpflegebedürftig
Der Hilfebedarf für die Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung muss pro Tag bei mindestens 5 Stunden liegen, auf die Grundpflege müssen mindestens 4 Stunden entfallen. 
 
Ermittelt wird die Pflegestufe vom Medizinische Dienst, der von der  Krankenkassen beauftragt wird, ein Gutachten zu erstellen. Die Begutachtung findet im häuslichen Bereich statt. Aufgrund des festgestellten Hilfebedarfs, legt die Pflegekasse die Pflegestufe fest.
 
Leistungen der Pflegeversicherung
Wird ein professioneller Pflegedienst zur Unterstützung bei der häuslichen Pflege beauftragt, wird „Sachleistung“ gewährt. Die Abrechnung erfolgt direkt zwischen Pflegekasse und dem Pflegedienst bis zur Ausschöpfung des jeweiligen Anspruchs. 
 
Pflegestufe I: 
bis zu 468,- Euro 
 
Pflegestufe II:
bis zu 1.144,- Euro 
 
Pflegestufe III:
bis zu 1.612,- Euro 
 
Bei Härtefällen:
1.995,- Euro 

Wird die vorgesehene Summe der  „Sachleistung“ nicht voll ausgeschöpft, kann die „Kombinationsleistung“ gewählt werden. Der Pflegebedürftige erhält hierbei neben der Sachleistung noch ein anteiliges Pflegegeld. 
 
Was ist Verhinderungspflege?
Pflegende Angehörige haben Anspruch auf eine Pflegekraft, wenn sie selbst verhindert sind. Der jährliche Zuschuss für diese Leistung beträgt seit 2015 maximal 1.612,- Euro und wird erst dann gewährt, wenn der pflegende Angehörige die Pflegeperson schon mindestens 6 Monate im häuslichen Umfeld gepflegt hat. Wird der zu Pflegende ausschließlich über einen Pflegedienst betreut und nicht von den Angehörigen, können die Angehörigen keine Verhinderungspflege beantragen.

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